Neuplanung des Radweges erforderlich

Die Höchster GRÜNEN fordern Hessen Mobil auf, die Planungen zur Radwegverbindung zwischen der Gemeinde Höchst und Groß-Umstadt zu überarbeiten. Sie halten die vorgelegte Streckenführung für ungeeignet. Es existieren bessere Routenvarianten, die nicht näher untersucht wurden. Zudem kritisieren die GRÜNEN fehlende und intransparente Kostenangaben.

Die Mitglieder der Höchster GRÜNEN setzen sich seit Jahrzehnten für die Förderung des Radverkehrs in der Gemeinde Höchst und der ganzen Region ein. Die GRÜNEN-Fraktion hat den Radwegeplan für Höchst mitinitiiert und die Umsetzung einiger wichtiger Maßnahmen stets unterstützt und begleitet. Sie drängt darauf, dass weitere dringend erforderliche Maßnahmen in den nächsten Jahren realisiert werden. „Es braucht sichere und attraktive Radwege, damit Erwachsene, Jugendliche und Kinder aufs Rad umsteigen – insbesondere im Alltag aber auch in der Freizeit“, betont Maline Thierolf-Jöckel, Co-Vorsitzende der Höchster GRÜNEN-Fraktion.

Brücke als Mobilitätsknotenpunkt am Rondell

Die Höchster GRÜNEN beschäftigen sich schon seit Jahren mit Varianten für eine gute Radverbindung nach Groß-Umstadt. Deshalb bedauern sie sehr, dass das Planungs- und Baudezernat von Hessen Mobil den Höchster Gremien keine Potenzialanalyse für den Ausbau der verschiedenen vorhandenen und die Neuanlage möglicher Radwege-Verbindungen zwischen Höchst und Groß-Umstadt vorgelegt hat. Präsentiert wurde in der aktuellen Beschlussvorlage für die Gemeindevertretung nur eine Variante einer „Rad- und Gehwegplanung“ zwischen Hetschbach und der Unterführung bis zum Parkplatz Bienenhauskurve und von dort 700 Meter direkt an der B45 entlang bis zur Straße zum Sonnenhof auf dem Rondell.Hessen Mobil hat diese Streckenführung nicht verändert, obwohl diese Route bereits vor einem Jahr vom Gemeindevorstand Höchst stark kritisiert und zurückgewiesen wurde. Gründe waren unter anderem: Abschnitte mit bis zu 14 Prozent Steigung und die unattraktive, unter Umständen gefährliche Führung direkt an der Bundesstraße. Es ist nicht nachvollziehbar warum Hessen Mobil nur die eine Streckenvariante Hetschbach – Parkplatz Bienenhauskurve – Zuwegung Sonnenhof/Rondell näher untersuchen ließ, nicht jedoch die Variante Höchst-02 aus dem Radverkehrskonzept des Odenwaldkreises: diese verläuft über vorhandene, zu ertüchtigende Feld- und Forstwege von Hetschbach zum Parkplatz Rondell. Von dort könnte eine Brücke für Radfahrerinnen und Fußgänger über die B45 errichtet werden, die den Parkplatz Rondell mit der Straße am Sonnenhof verbindet und damit auch als wichtige Ost-West-Verbindung weitere überörtliche Wander- Mountainbike- und Radwege der Kommunen Breuberg, Höchst, Groß-Umstadt und Otzberg vernetzt hätte. Diese Variante, vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) des Odenwaldkreises und anderen vorgeschlagen, ist von Hessen Mobil pauschal aus Kostengründen abgelehnt und nicht weiter untersucht worden, ebenso wie eine Bedarfsampelanlage an dieser Stelle. Lukas Minnich aus Höchst, Sprecher des Arbeitskreises Mobilität der GRÜNEN Odenwaldkreis betont: „Selbstverständlich unterstützen wir eine alltagstaugliche Radwegverbindung über die Landkreisgrenze. Aber es gibt bessere Varianten. Den Anstieg direkt an der B45 mit starkem Verkehr, Lärm und Abgasen werden sich auch mit dem nun geplanten abgetrennten Radweg nur die mutigsten Radlerinnen und Radler zutrauen“. „Eine elegante Brücke für Wanderer und Radfahrerinnen am Rondell könnte zu einem Mobilitätsknotenpunkt der Wegeinfrastruktur in diesem Teil des Geoparks Bergstraße Odenwald werden und zum markanten Symbol der Verbindung zwischen Landkreis Darmstadt-Dieburg und Odenwaldkreis“, so Maline Thierolf-Jöckel.

Info-Veranstaltung reicht nicht aus

Die GRÜNEN in Höchst erwarten, dass die Planungsabteilung von Hessen Mobil besser geeignete Varianten der Radwegeverbindungen zwischen Höchst und Groß-Umstadt eingehend untersucht und dabei die Nahmobilitätskoordinatoren des Odenwaldkreises einbindet, ebenso die ADFC- und BUND-Verbände. Hilfreich können zudem Einschätzungen von Bürgerinnen und Bürgern sein, die regelmäßig mit dem Rad auf diesen Routenvarianten unterwegs sind. Deshalb bringe eine reine Info-Veranstaltung von Hessen Mobil zur Erläuterung von deren Vorzugsroute keinen Erkenntnisgewinn, so die Höchster GRÜNEN.

Mangelnde Transparenz bei den Kosten und Vorfestlegung

Mangelnde Transparenz sehen die Höchster GRÜNEN auch bei den Kosten. Eine Brücke wird aus Kostengründen von Hessen Mobil pauschal abgelehnt, eine überzogen hohe Millionensumme für ein solches Bauwerk im Ausschuss genannt, ohne eine nachprüfbare Kostenschätzung vorzulegen. Gleichzeitig werden von Hessen Mobil die Kosten für den Abschnitt 1, Hetschbach –Bienenhauskurve-Parkplatz, nicht genannt. Für den Abschnitt 2 Parkplatz Bienenhauskurve bis zum Sonnenhof wurden drei Varianten vorgelegt. Zwei sind aus unserer Sicht ohnehin nicht genehmigungsfähig – unter anderem wegen der massiven Eingriffe in den Wald. Da nur die Variante 3 – Umwidmung einer der drei Fahrspuren zum Geh- und Fahrradweg – umsetzbar ist, gibt es faktisch keinen Entscheidungsspielraum für die Gemeinde Höchst und ihre Gremien. Finanziert werde nur diese Variante oder keine, das suggeriert die Präsentation von Hessen Mobil. Dann stellt sich für die Mitglieder der Höchster Gemeindevertretung die Frage, ob sie dem Bau eines ungeeigneten Radweges zustimmen, nur weil der Bund die Kosten übernimmt.

Gefährliche Querung der B426 in Höchst

Unabhängig von der Debatte um den überregionalen Radweg, Priorität hat für die GRÜNEN in Höchst der gefährliche Übergang über die B426 zwischen Mümlingstraße und Wernher-von -Braun-Straße zu den Märkten, Geschäften und Betrieben im Gewerbegebiet Aue, der von morgens früh bis abends spät von sehr vielen Personen – zu Fuß, auf dem Rad oder E-Scooter genutzt wird. Die Maßnahmen-Vorschläge wie Tempo 50 bis zum REWE-Kreisel, Ortsschild versetzen, Umbau bzw. Verlagerung des Fahrbahnteilers und andere wurden bislang von Hessen Mobil stets abgelehnt. Eine Ampelanlage an dieser Stelle wurde nicht in deren Überlegungen einbezogen. „Wir Höchster GRÜNEN werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass dieser gefährliche Übergang umgebaut wird und eine sichere Querung für alle möglich ist, die zu Fuß, mit dem Rad oder E-Scooter unterwegs sind“, bekräftigt Maline Thierolf-Jöckel.

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