Für die jungen Familie ist die bisherige Wohnung zu klein und sie wünschen sich ein Häuschen oder zumindest eine größere Wohnung mit Garten auf dem Land. Szenenwechsel: Die Kinder sind schon lange ausgezogen, das Haus ist viel zu groß für das Paar oder die ältere Einzelperson, die dort lebt und auch noch einen großen Garten zu bewirtschaften hat. Welche Optionen gibt es im ländlichen Odenwald? Wie wollen wir zukünftig wohnen: In einem Teil des umgebauten Einfamilienhauses oder in einem barrierefreien ‚Austragshäusel‘, heute Tiny House genannt, auf dem Grundstück? Könnte nicht auch das Wohnen in einem Mehrgenerationen-Gebäude passen oder sogar das genossenschaftliche Wohnen mit privaten Einheiten und gemeinschaftlichen Flächen? Diesen Fragen widmete sich Iris Behr in ihrem Impulsvortrag in der Güterhalle Höchst. Die frühere Rechtsanwältin und langjährige Mitarbeiterin am Institut Bauen und Umwelt in Darmstadt lebt selbst in einem GENOSSENSCHAFTLICHEN WOHNPROJEKT, der WohnSinn eG in der Lincoln-Siedlung in Darmstadt.
Lukas Minnich und Reinhard von Tenspolde präsentierten das „WOHNPROJEKT PFIRSCHBACH – Gemeinsames Wohnen in historischer Hofreite“ das die beiden mit ihren Partnerinnen und Gleichgesinnten in dem Höchster Ortsteil initiiert haben. Der Umweltwissenschaftler Dr. Jonas Schönefeld berichtete über die Rahmenbedingungen zur Sanierung einer kommunalen Immobilie, dem „GEORG-GLENZ-HAUS“ in Michelstadt“, das 1927 erbaut wurde, um Wohnraum für arme Michelstädter Familien zu schaffen.
Viele Interessierte waren zu der Veranstaltung „Wie wollen wir wohnen? Neue Wohnkonzepte für den Odenwaldkreis“ am 4. März in die Güterhalle Höchst gekommen, die von den Breuberger und Höchster GRÜNEN in Kooperation mit dem Kreisverband Odenwald von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ausgerichtet wurde.
Nach den Impulsvorträgen entwickelten sich an den Tischen intensive Gespräche über geeignete Wohnformen für Menschen unterschiedlichen Alters, die selbstbestimmt aber gerne in einer Gemeinschaft leben wollen. „Die Fragen und Diskussionen haben gezeigt, dass es unterschiedliche Vorstellungen zu geeigneten Wohnkonzepten gibt. Insbesondere wie viel Gemeinschaft gewünscht ist“, so Maline Thierolf-Jöckel, die für die GRÜNEN diese Veranstaltung moderierte. Nun gelte es, die Menschen zusammenzubringen und geeignete Gebäude für diese Wohnformen zu finden, beispielsweise über entsprechende Internetplattformen wie: https://www.neue-wohnformen.de/: https://www.odenwaldkreis.de/de/projekte/wohnbau/gemeinsam-bauen-und-wohnen/. Die Kommune könne hier ebenfalls als Beraterin und Vermittlerin auftreten sowie diese Projekte unterstützen – auch um Leerstand in den Ortszentren zu verhindern.
Leseempfehlung: Leerstand in Dörfern – Neue Wohnideen sollen Odenwald beleben
Dieser Artikel im Odenwälder Echo von Dr. Sabine Richter über die Veranstaltung „Wie wollen wir wohnen? Neue Wohnkonzepte für den Odenwaldkreis“, ist am 7. März 2026 erschienen.
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