Naturkundliche Wanderung mit NABU Breuberg: Einblicke in 40 Jahre gelebten Naturschutz
Am Samstag, den 18. Oktober, luden DIE GRÜNEN Höchst und Breuberg zu einer naturkundlichen Wanderung mit dem Vorsitzenden des NABU Breuberg, Bernhard Saul, ein. Die Tour startete um 14:30 Uhr am Friedhof in Neustadt, führte entlang der historischen Trockenmauern am Breuberg und endete nach gut zwei Stunden auf der idyllischen Mümling-Halbinsel in Hainstadt. Saul, der auch zweiter Vorsitzender des Nabu-Kreisverbands und Mitglied im Naturschutzbeirat des Odenwaldkreises ist, erläuterte dabei den 22 naturinteressierten Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Bedeutung der Pflege- und Schutzmaßnahmen, die der NABU seit über vier Jahrzehnten in der Region umsetzt.
Ein herausragendes Beispiel für dieses Engagement ist die Hainstädter Aue, die in den 1980er Jahren vom NABU Breuberg auf ehemaligen Mähwiesen im Saumbereich der Mümling angelegt wurde. Heute ist das über 12 Hektar große Gebiet ein Hotspot der Artenvielfalt: Schlingnatter, Zauneidechse, Laubfrosch und sogar der Biber haben hier ein Zuhause gefunden. Die feuchten Flächen bieten zudem ein reichhaltiges Nahrungsangebot für zahlreiche Vogelarten wie Zwergtaucher, Wasserralle, Eisvogel und Neuntöter. Im Sommer ist der Weißstorch zu beobachten, im Winter der Silberreiher. Ein besonderes Highlight ist der 2014 errichtete Beobachtungs- und Fledermausturm, in dem sich Breitflügel- und Zwergfledermäuse angesiedelt haben. Die Pflege der Aue erfolgt durch speziell angepasste Beweidungskonzepte: NABU-eigene Schafe der alten Haustierrasse „Ostpreußische Skudde“ beweiden die Flächen effektiv und schonend. Kaltblutpferde übernehmen im Herbst die Pflege der Wiesen, die dem seltenen Ameisenbläuling Lebensraum bieten. Auf frischen Wiesen kommen kleine Dexter-Rinder zum Einsatz.
Besonders hervorzuheben ist die Wiederherstellung der historischen Trockenmauern unterhalb der Burg Breuberg. Diese prägen seit Jahrhunderten die Kulturlandschaft und bieten heute Rückzugsorte für Schlingnatter, Zauneidechse und den seltenen Hirschkäfer. Auch Vogelarten wie Neuntöter, Gartenrotschwanz, Kuckuck und Baumfalke profitieren von den artenreichen Strukturen.
„Der NABU Breuberg zeigt eindrucksvoll, wie engagierter Naturschutz Lebensräume erhält, Arten schützt und Kulturlandschaft bewahrt – und das seit über 40 Jahren“, lautet das Fazit der GRÜNEN. Ein herzlicher Dank gilt Bernhard Saul, der sich die Zeit genommen hat, die Gruppe mit großem Fachwissen und spürbarer Leidenschaft durch die vielfältigen Lebensräume zu führen und spannende Einblicke in die Arbeit des NABU zu geben.
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